Dammanns lassen Jugend am Glück teilhabenSöhlde/Hildesheim (am). Auf drei Millionen Euro ist das Vermögen der Heinrich-Dammann-Stiftung angewachsen. Die Stiftung fördert bundesweit Jugendprojekte. Ein gestern gegründetes Kuratorium wird dieses Vorhaben unterstützen.Er wolle etwas von dem Glück, das ihm in seinem Leben widerfahren sei, weitergeben. So lautet die Motivation von Heinrich Dammann, dem Eigentümer der Söhlder Kreidewerke. Die Realisierung seines Wunsches begann schon 1991. Damals gründeten Dammann und seine Ehefrau Ortrud mit 100 000 Mark die Heinrich-Dammann-Stiftung. Diese war zunächst nur auf örtliche Jugend-Projekte ausgelegt. Bis zum heutigen Tag ist das Stiftungsvermögen auf drei Millionen Euro angewachsen. „Deshalb gilt es, einen größeren Rahmen zu finden, ohne den Bezug zum örtlichen Mittelpunkt unseres Lebens, dem Kreidedorf Söhlde, aufzugeben“, sagte Heinrich Dammann. In dieser Idee habe ihn Superintendent Eckhard Gorka unterstützt. Man habe beschlossen, die Stiftung auszuweiten und ein Kuratorium zu bilden. Im Michaeliskloster ist dieses gestern geschehen. Dammann dankte besonders den Kuratoriums-Mitgliedern Gorka und Hartmut Möllring, Finanzminister des Landes, dafür, dass sie sich dieser zusätzlichen Arbeit widmen. Dem Kuratorium gehören außerdem Ralf Tyra, Geschäftsführer der Hanns-Lilje-Stiftung, Dr. Jörg Antoine, stellvertretender Direktor des Diakonischen Werkes der evangelischen Landeskirche Hannover, Prof. Dr. Wolf-Peter Fritsch, ehemaliger Direktor des Klinikums Hildesheim, an. „Wir wollen Projekte bezuschussen, die besondere Leistungen von Jugendlichen möglich machen und Fördergelder bereitstellen für verdienstvolle Jugendarbeit“, so Klaus Jäkel, Vorstandsmitglied der Stiftung und Geschäftsführer der Kreidewerke. Dabei sei „Jugend forscht“ ebenso denkbar wie eine Unterstützung sportlicher Aktivitäten, sozialer Projekte oder solcher, die den evangelischen Nachwuchs fördern. Als erstes Projekt wird die Jugendscheune in Bettrum mit 350 000 Euro gefördert. Weitere sollen folgen. Die Stiftung wird Wettbewerbe erfinden, Preisträger fördern und vieles mehr. Eines will sie indes nicht sein: bloßer Geldgeber. „Wir wollen in die Projekte eingebunden sein, aktiv mitarbeiten“, formulierte Jäkel. Die Quelle der Heinrich-Dammann-Stiftung sind die Vereinigten Kreidewerke Dammann, die in drei deutschen Kreideregionen tätig sind. Der heute 84-jährige Unternehmer übernahm das Söhlder Werk 1955 von seiner Tante. Damals mit einem Jahresumsatz von 30 000 Mark. Dammann baute seine Firma aus. „Heute liegt der Umsatz bei über 100 Millionen Euro“, berichtete der Söhlder. In der Zukunft wird das Vermögen der Privatstiftung auf einen zweistelligen Millionenbetrag heranwachsen. Mit Finanz- und Anlagepolitik werden die Stiftungsmitglieder für den Erhalt des Geldes sorgen. Dabei dürfte auch der Finanzminister gute Ratschläge parat haben. Möllring zeigte sich angetan von der Ausrichtung der Stiftung. „Wer in der Jugend lernt, sich für die Gemeinschaft einzusetzen, vergisst auch später das Ehrenamt nicht“, meinte er. Dafür, dass das Ehepaar etwas an künftige Generationen weitergeben wolle, bedankte sich Gorka. Er erwähnte, dass Ortrud und Heinrich Dammann an diesem Tage ihren 56. Hochzeitstag feiern konnten. Bei allem Glück im Leben, sei ihnen eines vorenthalten worden: Kinder zu haben. „Dass sie daher die Stiftung für die Jugend gegründet haben, berührt uns sehr“, sagte Gorka. |

