Zwischen Mut und Demut
Die auf seine Person wohl gemeinten Worte gab Dammann zurück: „Die Ehrung nehme ich nicht allein für mich an, sondern insbesondere als Ehrung meiner Mitarbeiter, die durch ihren hervorragenden Fleiß zum Erfolg unser Firma beigetragen haben. Wenn ein Unternehmen erfolgreich arbeitet, ist es nicht nur das Können ihres Chefs, sondern die Leistung aller Mitarbeiter.“ In drei Werken mit der Zentrale in Söhlde hat die Firma 180 Beschäftigte, davon rund 70 in Söhlde. Bevor Arnecke die Ehrung vornahm, ging er auf die Entscheidungsfindung im Ortsrat ein. „Wir machten es uns nicht einfach, ob wir jemand im Dorf zum Ehrenbürger ernennen sollen. Nach dem „Ja“ fiel es dem Gremium leicht, sich einstimmig für Heinrich Dammann auszusprechen“, so Arnecke. In der Laudatio erwähnte er Eckdaten des Politikers Dammann als Gemeindedirektor und Ratsmitglied bis 1996, also 48 Jahre. Der Geehrte ist Ehrenvorsitzender des TSV, Gründungsmitglied der DLRG-Ortsgruppe, Förderer in der Kirchengemeinde und Gründer der „Heinrich-Dammann-Stiftung“. Im Mai 1980 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Dammann sei ein Mann mit Weitblick und Unternehmermut, der über den Tellerrand hinausschaue und stets für das Dorf da sei, lobte Arnecke. Der 85-Jährige räumte ehrlich ein, dass nicht nur Arbeit Grundlage des Erfolgs sei, sondern auch Glück dazu gehöre. „Ein Unternehmer braucht Mut und Demut. Mut für Entscheidungen und Demut, um mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben“, betonte er. Dammann, der aus der Landwirtschaft kommt, aber „keinen Biss“ hatte, Bauer zu werden, übernahm am 1. Mai 1955 einen Kreidebetrieb. Die Produktion von jährlich 1700 Tonnen mit 30 000 Mark steigerte das Unternehmen derweil auf 1,4 Millionen Tonnen und rund 100 Million Euro Umsatz. Als Politiker räumte er mit dem Vorurteil auf, „Politik verdirbt den Charakter“. „Das ist völlig falsch. Es ist eine schöne Aufgabe, sich für Menschen zu verwenden.“ Er appellierte: „Ich freue mich immer wieder, wenn junge Menschen bereit sind, sich dafür einzusetzen. Vor allem in unserer Heimat, damit Söhlde weiter wächst, blüht und gedeiht.“ Ortsratmitglied Rolf Hartmann (SPD) meinte: „Dammann ist immer für unser Dorf da. Er hat unter anderem wesentlichen Anteil, dass das Freibad erhalten geblieben ist“. Martina Rühmkorf (CDU) fügte hinzu: „Sein Herz hängt an seinem Heimatort, das spürt man.“ Gemeindebürgermeister Reiner Bender: „Er ist in erster Linie Söhlder, erst dann Parteipolitiker“. Schließlich merkte Bender schmunzelnd an: Wer nun glaube, dass ein Ehrenbürger keine Steuern entrichten müsse, sei auf dem Holzweg. Übrigens, die Firma Dammann zahle in der Gemeinde Söhlde die meisten Gewerbesteuern. |
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